FDP / Freie Wähler Landau zur Stadtholding Landau

Vertane Chance für Landau: Die Fraktion FDP / Freie Wähler bedauert Ausscheiden von Daniel Zacher und kritisiert Festhalten am politischen Mikromanagement

Die Fraktion FDP / Freie Wähler im Landauer Stadtrat nimmt die Entscheidung von Herrn Daniel Zacher, die Geschäftsführung der Stadtholding Landau GmbH zum 1. Juni 2026 zu verlassen, mit großem Bedauern zur Kenntnis.

Mit Daniel Zacher verliert die Stadtholding einen Geschäftsführer, der einen notwendigen Empowerment- und Changeprozess angestoßen hat, um die Unternehmen moderner, flexibler und zukunftsorientierter aufzustellen. Das Ziel einer stärkeren Eigenverantwortung und effizienteren Strukturen zur Weiterentwicklung Landaus als Wirtschafts- und Kulturstandort ist nun in akuter Gefahr, nicht realisiert zu werden.

Widerspruch zwischen Stellenausschreibung und Realität

Wir sehen in Zachers Ausscheiden die Bestätigung unserer wiederholten Kritik an den überbordenden Kontrollmechanismen und Einmischungen des Stadtrates, die die Arbeit der Stadtholding lähmen.

Die Stadt Landau suchte in der Stellenausschreibung explizit eine „Souveräne Führungspersönlichkeit“ mit „ausgeprägtem unternehmerischem Denken“ und der Fähigkeit zur „Strategischen Positionierung und Weiterentwicklung des Unternehmensverbundes“. Gleichzeitig forderte das Anforderungsprofil „Durchsetzungsvermögen“.

Die Realität, wie von Herrn Zacher beschrieben, war jedoch geprägt von „Vorgaben und kurzfristigen Eingriffen“ aus Stadtrat und Aufsichtsrat, die wichtige Entscheidungsprozesse blockierten und zu „Mikromanagement“ führten. Es ist ein klares Zeichen, dass die politischen Gremien zwar einen unternehmerischen Kopf wollten, ihm aber die notwendige Freiheit zur Gesamtverantwortung und zur Umsetzung der strategischen Steuerung verwehrt haben.

Zurückweisung der Kritik der anderen Fraktionen

Die Fraktion kontert die von anderen politischen Akteuren geäußerte Kritik, die den Rücktritt von Herrn Zacher als dessen persönliches Versäumnis oder mangelnde Anpassungsfähigkeit an die kommunalen Strukturen interpretierten:

Abgrenzung von Kontrolle und Einmischung: Die Fraktion FDP / Freie Wähler widerspricht der Ansicht, Herr Zacher habe „demokratische Kontrolle mit Einmischung verwechselt“. Sie argumentiert, dass zwar Transparenz und kritische Nachfragen als Grundpfeiler demokratischer Verantwortung notwendig sind, jedoch ständige „Vorgaben und kurzfristige Eingriffe“ und „Mikromanagement“

die Arbeit der Geschäftsführung blockierten und die Grenze zur lähmenden Einmischung überschritten.

Verteidigung des unternehmerischen Handelns: Die Fraktion weist die Kritik zurück, wonach Zachers Tätigkeit im Widerspruch zur „gemeinwirtschaftlichen Ausrichtung“ und dem „öffentlichen Auftrag“ stehe, da er sich nicht dem reinen betriebswirtschaftlichen Handeln einer auf „Gewinnmaximierung“ ausgelegten Gesellschaft unterordnen wollte. Die FDP / Freie Wähler betonen, dass effiziente Strukturen und unternehmerisches Denken notwendig sind, um den öffentlichen Auftrag nachhaltig und verantwortungsvoll zu erfüllen.

Signalfunktion des Rücktritts: Die Fraktion entgegnet Stimmen, die meinen, Zacher hätte sich vorab über seine „Wirkmacht“ informieren müssen, indem sie argumentiert, dass der Wunsch nach mehr Eigenverantwortung und die Notwendigkeit zur Strategische(n) Positionierung und Weiterentwicklung angesichts großer Herausforderungen (wie der Sanierung des La Ola) keine privaten Selbstverwirklichungspläne darstellten. Vielmehr sei Zachers Rücktritt ein „klares Signal“ dafür, dass „Restriktionen durch die Strukturen“ die Entwicklung der Stadtholding hemmen, und dass dringend strukturelle Veränderungen in der Steuerung und Aufsicht erforderlich sind.

Herr Zacher setzt mit seinem Rücktritt ein „klares Signal“, dass strukturelle Veränderungen in der Steuerung und Aufsicht dringend notwendig sind.

Fazit und Ausblick

Die Stadtholding steht mit der anstehenden Sanierung des Freizeitbades La Ola und der organisatorischen Einbindung neuer Bereiche wie Kultur und Tourismus/Stadtmarketing vor großen Herausforderungen.

Die Fraktion FDP / Freie Wähler sieht hier eine vertane Chance, die Stadtholding durch den begonnenen Reformprozess zukunftsfähig zu machen. Wir fordern den Stadtrat auf, die Restriktionen durch die Strukturen im Rahmen der Nachfolgesuche kritisch zu hinterfragen und die Aufgabenverteilung zwischen Aufsicht und Geschäftsführung so neu zu definieren, dass der nächste Geschäftsführer die verlangte strategische Positionierung auch tatsächlich umsetzen kann, ohne durch Mikromanagement ausgebremst zu werden.